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Über eine entmythologisierte Geschichte der Juden


Goethe lässt seinen Faust zum Famulus sagen: „Mein Freund, die Zeiten der Vergangenheit/ Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln. Was ihr den Geist der Zeiten heißt/ Das ist im Grund der Herren eigner Geist/ In dem die Zeiten sich bespiegeln.“ Alfredo Bauer hat sich bemüht, wenigstens eines der Siegel zu öffnen. Das sorgfältig recherchierte Ergebnis liegt vor uns, 600 Seiten dick. Er nennt seine Untersuchung „Kritische Geschichte der Juden.“ Das Adjektiv meint eben, dass es sich um eine „Bespiegelung“ der Zeiten handelt, nicht um ein vom Himmel oder einem Gott oder irgendeiner Vorsehung oder einem politischen Zweck Vorgegebenes – eben um „den Geist der Zeiten“, der wiederum „der Herren eigener Geist“ ist, also unserem von weither, von den Machthabern tradierten Bewusstsein entspricht. Mit anderen Worten: Es handelt sich hier um eine marxistische Untersuchung der Geschichte der Juden. Die Klassenfrage wird nicht außer Acht gelassen, steht ihm also über der Rassenfrage, was Konsequenzen für seine Stellung zu Israel hat. Dass die Untersuchung mit außergesellschaftlichen persönlichen Empfindungen verbunden sein kann, wird nicht vernachlässigt denn es gehört ja gleichermaßen zum Menschen dazu. ...

 

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